2012/10 9er besuchen das Lüsa

Im Rahmen des Faches „Soziale Kompetenz“ findet mit den BOP-SchülerInnen des 9. Jahrgangs alljährlich ein Unterrichtsgang statt, der Jugendliche dazu sensibilisieren soll, „Nein“ zum Gebrauch von Drogen zu sagen.

Einige SchülerInnen der 9c und 9d geben ihre Eindrücke in kurzen Berichten wieder: „Die LÜSA (Langzeit Übergangs- und Stützungsangebot) ist ein Haus für Drogenabhängige, die zusätzlich noch eine andere Krankheit haben. Da alle Klienten über 10 Jahre drogenabhängig sind, haben viele die gefährliche Krankheit

Hepatitis C, einige sind sogar HIV positiv – durch Spritzen übertragen. Das Gebäude, in dem sie in Unna leben, ist eine alte Villa. Zusätzlich gibt es einen Holzanbau für behinderte Drogenabhängige. Wir haben mit einem Bewohner gesprochen, der 30 Jahre lang abhängig war. Viele seiner Freunde sind an einer Überdosis oder an Selbstmord gestorben. Es war ein sehr spannender Tag.“ (Jannis Rixen, 9d) „Die LÜSA bietet für 19 stationierte und 60 betreute Drogenabhängige Platz. In der LÜSA können die Drogenabhängigen für

2 Jahre bleiben. Viele Klienten leiden – neben Hepatits C und HIV – an Depressionen. Sie bekommen Methadon oder Polamydon als Ersatzdroge.“ (Alina Heinemann, 9c) „Nach dem Rundgang durch die Gebäude der LÜSA haben wir mit Roland, einem Drogenabhängigen, geredet. Roland hat seine Lebensgeschichte erzählt, und ich war sehr schockiert darüber. Roland hat viel durchgemacht (z.B. ist er von einer Brücke gestürzt¸ er hat sich ein Messer ins Herz gestochen…). Das fand ich ziemlich heftig. So einer

hat meinen Respekt richtig verdient!“ (Pascal Müller, 9c) „Die Drogenabhängigen in der LÜSA nehmen an einem Tagesplan in vielen verschiedenen Beschäftigungsbereichen teil. Es gibt eine Fahrradwerkstatt, die Kreativwerkstatt, manche Klienten helfen in der Küche. Es gibt Angebote wie Spieleabende, BVB Dauerkarten und den Verkauf von selbst hergestellten Sachen auf dem Weihnachtsmarkt in Unna.“ (Marcel Kuhm, 9c) „Wie uns einer der Bewohner erzählte, hat er nach seinen Selbstmordversuchen lange gebraucht, um mit

seinem Leben wieder klar zu kommen. Das Schlimmste, was er bis jetzt erlebt hat, war, dass sich seine Freundin vor seinen Augen vor einen Zug warf. Heute kommt er mit seinem Leben wieder einigermaßen zurecht. Komplett geheilt wird er von der Sucht nie, aber er hat einen Weg gefunden, damit klar zu kommen. In ein paar Monaten endet seine Therapie und er zieht zusammen mit seiner neuen Freundin nach Bayern, um dort ein neues Leben zu beginnen.“ (Domenique Rautenberg, 9d) „Am 30.10. sind wir zur LÜSA nach Unna

gefahren. Zuerst hat Dirk, der Sozialarbeiter, uns einiges über das Haus und die Patienten erzählt. Dann haben wir uns alles angesehen, sogar das Zimmer einer Patientin. … Roland hat uns erzählt, wie er zu den Drogen kam und wie abhängig er war. Zum Abschluss sagte noch jeder Schüler, wie er den Besuch im LÜSA fand. Wir haben Roland dafür gedankt, dass er so offen war und ihm eine Packung Tabak geschenkt. Also ich habe gelernt, was für Folgen Drogen haben und wie schwer es die Leute haben, die leider zu Drogen

gekommen sind.“(Lennart Schlicht, 9d) „Wir haben in der LÜSA einen Mann getroffen, der Roland hieß. Er war ein Heroin Junkie, der mit Haschisch angefangen hat. Er ist schon 20 Jahre drauf, aber jetzt nimmt er eine Ersatzdroge. Er hat sich selbst mit einem Messer ins Herz gestochen. Das fand ich ziemlich extrem krass. Beim Brückensprung hat er sich so ziemlich alles gebrochen, was man brechen kann, er war 3 Wochen im künstlichen Koma. Jetzt hat er eine neue Freundin und bald zieht er zu ihr nach Bayern. Ich wünsche ihm viel

Glück!“ (Phillip Kempner, 9d) Monika Walter und ich begleiten die Schüler seit einigen Jahren bei diesem Unterrichtsgang. Auch für uns ist dieser Tag immer beeindruckend und schockierend zugleich. Wir möchten der Schülergruppe ein dickes Lob für ihr vorbildliches Verhalten und ihre interessierten, empathischen Nachfragen aussprechen.

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