2014/10 China

  • China 2015
Für zwei Wochen durften wir, eine Gruppe von fünfundzwanzig Schülern der Gesamtschule Schwerte, Eindrücke von dem Leben in China sammeln.

In der ersten Woche kamen wir bei unseren Austauschschülern aus Ningbo unter. Ningbo, in der Nähe von Shanghai gelegen, ist einer der reichsten Städte Chinas. In der zweiten Wochen unternahmen wir eine kurze Rundreise von Shanghai über Xi'an nach Peking. Unsere Erwartungen an das Land waren groß und doch wurden sie bei weitem übertroffen!

Nach der sehr langen Anreise wurden wir sehr herzlich von den Lehrern unserer Partnerschule spät Abends begrüßt. Um nicht mitten in der Nacht unsere Gasteltern aus dem Bett zu werfen, buchte die Longsai Zhenai Middle School für uns Zimmer in einem Hotel in Shanghai. Am nächsten Tag sahen wir unsere Austauschschüler wieder, die wir schon von dem Gegenbesuch her kannten, der ein Jahr zuvor stattfand. Wir wurden ohne Übertreibung wie VIPs von der Schule, ihren Lehrern, den Schülern und ihren Eltern empfangen.

In den folgenden Tagen machten wir Bekanntschaft mit den anderen Schülern, lernten den chinesischen Unterricht kennen, schlossen gleich neue Freundschaften, tauschten E-Mail Adressen oder Social Network Namen aus. Viele wollten ein Foto von uns machen oder sogar ein Autogramm erhalten. Wir wurden regelrecht mit Freundlichkeit und Geschenken überschüttet.

Noch überwältigt von den ersten Eindrücken, machten wir schon bald Ausflüge oder nahmen an verschiedenen Kursen teil, die uns die chinesische Kultur näher brachten. In der Schule durften wir Teil einer Teezeremonie sein, lernten Tai Chi kennen und übten chinesische Schriftzeichen im Kalligraphieunterricht. Wir waren auf Feldern Mandarinen pflücken und Zuckerrohr ernten. Außerdem besichtigten wir die Innenstadt von Ningbo, machten dort abends eine Schifffahrt an der Skyline entlang oder besuchten anderntags die nahegelegene Stadt Hangzhou mit ihrem künstlich angelegten See. Auch bei diesen Ausflügen machten viele zufällig vorbei kommende Chinesen Bilder von uns - entweder heimlich oder aber sie sprachen uns ganz direkt vorher an. Fast schon wie Paparazzi machten sie sogar Fotos von uns, als wir bei KFC unser zu Mittag aßen.

Insgesamt war der Besuch in China - im positiven Sinn - ein kleiner Kulturschock für uns. Beim Verkehr fing es schon an: Sei es Motorradfahrer, die ohne Licht fuhren oder "schnelle" Krankenwagen mit Blaulicht, die von unserem Tourbus überholt wurden. Auch ältere Damen mit lila Haaren oder anderen, etwas "punkigen" Frisuren fielen uns auf. Insgesamt bekamen wir in der ersten Woche viele Einblicke von dem Leben relativ reicher Chinesen. Es war mitunter so spektakulär, dass man es kaum in Worte fassen kann. Das muss man einfach selbst erlebt haben! Die Zeit reichte bei weitem nicht, um alle Facetten des Lebens in China zu erfassen.

Nach einer Woche, die wie im Flug an uns vorbei zog, waren wir auch schon auf dem Weg nach Shanghai. Dort übernachteten wir in einem Hotel. Die zweite Woche war den Sehenswürdigkeiten einzelner Städte gewidmet. Dabei kann man sagen, dass an jeder noch so kleinen Ecke etwas Erstaunliches zu entdecken gab, was man unter Garantie vorher noch nie gesehen hatte. Dabei waren die Menschen, die wir unterwegs trafen, immer freundlich und aufgeschlossen. Sie hatten einen ganz anderen Stil als wir und kleideten sich, zumindest in den Großstädten, möglichst auffällig. Wir kamen aus dem Staunen kaum heraus. Neben den Skurilitäten sahen wir unter anderem die spektakuläre Skyline von Shanghai, besuchten Tempel und Palastgärten. Auch waren wir auf Märkten und Basaren unterwegs, um dort einige "echte" Markenhandtaschen, "originale" Luxusuhren oder eine unfassbar vielfältige Auswahl an anderen Waren zu erhandeln. Hier und da lernte man auch mal ein verstecktes Hinterzimmer, sichtgeschützt vor der Polizei, kennen. So blieb die Spannung nie aus. Trotz der mangelnden Englischkenntnisse, konnte man sich übrigens problemlos verständigen.

Wir fuhren mit einem Nachtzug weiter nach Xi’an und besichtigten dort die Terrakotta Armee am Grab des ersten Kaisers. Außerdem fuhren wir Fahrrad oder - wenn gewünscht - Tandem auf der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer. Abends hatten wieder ein schönes Hotel in dem wir uns wieder ausruhen oder vorher noch einen abendlichen Bummel über die Moslemstraße unternehmen konnten.

Schon in Xi'an hatten wir die ersten Probleme mit unseren überfüllten Koffern, denn der eine oder andere kam beim handeln in einen Shopping Rausch. Doch jedes kleine Problemchen, wie zum Beispiel die zu kleinen Abteile im Nachtzug oder die übervollen Koffer, wandelten wir zum Positiven. Wir halfen uns gegenseitig und kamen alle gut miteinander zurecht. Wir hatten sogar daran Spaß, die vielen Koffer mit ins Bett im Nachtzug zu nehmen.

Von Xi’an ging es weiter nach Peking. An den riesigen Bahnhöfen musste man seine Taschen gut im Auge behalten. Wir waren immer auf Hochtouren und so anstrengend auch manches Abenteuer war, wir jammerten nicht sondern erfreuten uns an dieser anderen Welt.

In Peking bekamen wir dann das erste Mal den Smog zu spüren. Bereits früh morgens war die Sonne von einem dicken Schleier bedeckt. In der ersten Woche und den ersten paar Tagen der zweiten Woche hatten mit der Wärme zu kämpfen. Doch in Peking wurde es kühl und an der Großen Mauer mussten wir uns sogar dick einpacken.

In Peking besichtigten wir den Platz des himmlischen Friedens mit dem großen Bild von Mao Zedong, die verbotene Stadt und den Kaiserpalast. Hier trafen gewaltige Menschenmassen aus aller Welt zusammen. Wir kamen auch an das Olympia Stadion, in das wir aber leider aufgrund der laufenden Vorbereitungen für die APEC-Konferenz nicht hineindurften. Jeder Ort hatte seine eigene spannende Geschichte zu erzählen und wir lernten viel von der Geschichte und der Kultur kennen. Selbstverständlich stiegen wir auch auf die große chinesische Mauer. Der Ausblick von oben ist überwältigend! Wir hatten Glück mit dem Wetter und konnten ins Blaue Weite gucken.

Was uns besonders gefallen hat, war, dass unser Reiseführer Lao Tong uns auch einen alten Stadtteil mit der ärmeren Bevölkerung gezeigt hat. Eigentlich durfte er so etwas nicht, da die Chinesen sehr daran interessiert sind, sich immer von der besten Seite zu präsentieren. Aber so bekamen wir in Peking die guten und weniger guten Seiten von China zu Gesicht. Aber wir wollen auch nicht zu viel von dem verraten, was man dort alles entdecken kann. Schließlich soll ja noch etwas "Abenteuer" für die Schüler übrig bleiben, die das nächste Mal nach China reisen.

Denn es lohnt sich auf alle Fälle, alles einmal direkt und "live" vor Ort zu sehen und zu erleben. Wir denken, dass es gerade heute besonders wichtig ist zu realisieren, was in anderen Ländern passiert und nicht nur auf sich selbst zu achten. Für eine friedliche internationale Gemeinschaft ist es gut, andere Länder kennen zu lernen und zu verstehen, was dort warum geschieht. So fanden wir die Chinareise nicht nur lustig und spannend, weil wir eine andere Schule gesehen und neue Freunde gefunden zu haben, sondern besonders auch dieser Austausch zwischen den Kulturen ist sehr wichtig für unsere globale Zukunft. Denn die Schüler von heute sind die "Manager der Welt" von morgen. Daher sind wir der Gesamtschule Schule und unseren Lehrern sehr dankbar, dass sie uns diesen einzigartigen und unbezahlbaren Einblick ermöglicht haben. Wir würden diesen Einblick jedem von Herzen wünschen und wir hoffen, dass wir den einen oder anderen neugierig machen konnten. Vielleicht treibt es auch euch ja auch nach China und könnt dann genauso viele Eindrücke sammeln wie wir!

Die Autorinnen: Leonie Reineke und Johanna Kuske

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